Persistierende Milchzähne bei Hund und Katze
Persistierende Milchzähne bei Hund und Katze
Katzen und Hunde kommen zahnlos zur Welt. Je nach Rasse brechen die Milchzähne mit der 3.-6. Lebenswoche durch. Zwischen dem 3.-7. Lebensmonat findet dann der Zahnwechsel statt.
Was sind persistierende Milchzähne?
Einfach erklärt bedeutet das, dass die Milchzähne beim Zahnwechsel nicht herausfallen und fest sitzen bleiben, obwohl der bleibende Zahn schon durchgebrochen ist. Normalerweise werden mit dem Wachstum der bleibenden Zähne durch den Druck des bleibenden Zahnes die Zahnwurzeln der Milchzähne aufgelöst bzw. resorbiert. Der Milchzahn fällt heraus und der bleibende Zahn bricht an genau der Stelle durch, an der sich der Milchzahn befunden hat. Am häufigsten treten persistierende Milchzähne bei den Eckzähnen (Canini) und den Schneidezähnen (Incisivi) auf. Generell kann es aber bei allen Zähnen dazu kommen. Katzen haben seltener Probleme, bei Hunden sind am häufigsten kleine Rassen betroffen.
Das Problem mit persistierenden Milchzähnen
Mit ausbleibender Auflösung der Zahnwurzel schiebt sich der bleibende Zahn neben dem Milchzahn heraus. Hierdurch kann es zu teils schwerwiegenden Zahnfehlstellungen kommen. Die Verzahnung ist nicht mehr korrekt, sodass Oberkiefer und Unterkiefer nicht zueinander passen. Die fehlgestellten Zähne können so selbst Schaden nehmen oder dauerhaft die Maulschleimhäute schädigen, was zu Verletzungen und Entzündungen führen kann. Aber auch ein gestörtes Kieferwachstum und somit Kieferfehlstellungen können eine Folge sein. Außerdem stehen Milchzahn und bleibender Zahn zu dicht beieinander, wodurch es auch hier schneller zu Entzündungen sowie zu rascher Zahnsteinbildung kommen kann.
Ein Milchzahn ist geblieben – und jetzt?
Ein persistierender Milchzahn sollte so schnell wie möglich gezogen werden. Je länger man wartet, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit bleibender Schäden wie Fehlstellungen. Der Milchzahn wird unter Vollnarkose gezogen, idealerweise sollte vorab ein Dentalröntgenbild angefertigt werden: Durch das Röntgenbild kann der Operateur sehen, ob bei der Entfernung die Gefahr besteht, den bleibenden Zahn zu verletzen. Zudem kann man besser planen, wie der Zahn gezogen werden soll. Nach erfolgreicher Zahnextraktion ist ein Kontrollbild sinnvoll, denn so kann sichergestellt werden, dass keine Wurzelreste im Kieferknochen verblieben sind.
