Tollwut in Deutschland – Warum die Impfung derzeit wieder wichtig ist

Seit 2008 gilt Deutschland als tollwutfrei. Doch damit ist die Gefahr nicht vollständig eliminiert: Ein aktueller Fall von Tollwut bei einem importierten Hund aus dem Ausland zeigt uns, dass wir nicht komplett auf der sicheren Seite sind. Tollwut ist eine nicht heilbare Krankheit, die sowohl Tier als auch Mensch betreffen kann – eine sogenannte Zoonose. Grundsätzlich können alle Säugetiere betroffen sein, in erster Linie stehen Hunde, Katzen und Füchse. Besteht der Verdacht, ein ungeimpftes Tier habe sich mit Tollwut infiziert, gilt ein striktes Behandlungsverbot. Diese Tiere müssen euthanasiert werden, wenn sie infiziert sind. Im Gegensatz zum Menschen ist eine nachträgliche Impfung bei Verdacht auf Tollwut bei Tieren nach der Tollwut-Verordnung verboten. Tollwut ist anzeigepflichtig und muss bei Verdacht unverzüglich gemeldet werden.

Derzeitige Situation

Am 10.02.2026 kam es in Rheinland-Pfalz zu einem bestätigten Fall von Tollwut bei einem aus dem Ausland importierten Hundewelpen. Laut Heimtierausweis wurde das Tier geimpft – nach aktuellen Kenntnissen ist davon auszugehen, dass die Unterlagen gefälscht wurden. auch wenn Deutschland als tollwutfrei gilt – dieser Fall zeigt deutlich, dass wir nicht komplett geschützt sind. Durch illegalen Handel mit Tieren und unprofessionelle Tierrettungen und unprofessionelle Tierschutzorganisationen werden aus dem Ausland vermehrt Infektionskrankheiten mit z.T. lebensgefährlichen – oder im Falle von Tollwut sogar tödlichen – Folgen „importiert“. Auch das Mitnehmen bzw. -bringen von Straßenkatzen und -hunden ist zwar eine gute gemeinte und herzliche Aktion – ohne hierbei offizielle Wege zu gehen (EU-Heimtierausweis, Tollwutimpfung etc.) ist dies jedoch nicht nur illegal sondern kann sogar für Sie und Ihre Gesundheit ernsthafte Konsequenzen haben.

Was ist Tollwut?

Tollwut ist eine virale, unheilbare und immer tödlich verlaufende Erkrankung des zentralen Nervensystems. Nach einer Inkubationszeit (Zeit von Ansteckung bis zum Auftreten erster Symptome) von einigen Tagen bis mehreren Wochen, in seltenen Fällen sogar mehreren Jahren, zeigen die Tiere ein verändertes Verhalten. Zuerst zeigen sie sich ängstlich und nervös, im weiteren Verlauf zeigen betroffene Tiere das typische aggressive Verhalten. Zudem haben die Tiere starken Speichelfluss und Schluckbeschwerden. Letztendlich führt die Infektion zu Lähmungserscheinungen inklusiver eine Lähmung der Atemmuskulatur, welche letztlich zum Tod durch Ersticken führt.

Wie wird Tollwut übertragen?

Die Viren werden über den Speichel infizierter Tiere übertragen. Entweder durch einen Biss oder durch Kontakt mit Speichel auf nicht intakter Haut (Verletzungen, Kratzer…). Auch Menschen können sich auf diesen Wegen infizieren.

Wie sieht eine Tollwutprophylaxe aus?

Die einzige und sehr wichtige prophylaktische Maßnahme ist die Schutzimpfung gegen Tollwut. Dabei ist eine konsequente und lückenfreie Impfung ausschlaggebend. immer öfter kommt es vor, dass Tierhalter den Impfschutz gegen die Tollwut vernachlässigen, da Sie sich durch den Status „ frei von klassischer, terrestrischer Tollwut“ in Sicherheit wähnen. Aber aus aktuellem Anlass kann nur an alle Tierhalter appelliert werden: Ein Impfschutz auch gegen Tollwut ist immer sinnvoll und wichtig, nicht nur bei Auslandsaufenthalten – denn die versäumte Impfung kann schlimmstenfalls ein Todesurteil sein.

Fazit

Die Tollwut findet langsam wieder einen Weg in unseren Alltag. Die Impfung schützt und kann das Leben Ihres Vierbeiners retten. Tierschutz und -rettung sind für die betroffenen Tiere unfassbar wertvoll – dennoch sollten Sie immer darauf achten, dass alles mit rechten Dingen zu geht – stellen Sie Fragen, zweifeln Sie an, fordern Sie Nachweise. Es geht nicht nur um die Gesundheit Ihres Tieres sondern auch um Ihre und die Ihrer Mitmenschen.